Summer Club

Ginnerstag

Laut einer klinischen Studie ist Mittwoch der Tag an dem der Körper die Auswirkungen eines harten, feierlastigen Wochenendes am deutlichsten aufweist. Schlechtes Hautbild, stumpfes Haar usw. 

Und weil Mittwoch eh nix Halbes und nix Ganzes ist – zu lange weg vom vorherigen und zu lange hin zum nächsten Wochenende – ist Mittwoch ab sofort Ginnerstag.Quasi der kleine Donnerstag vorm kleinen Freitag. 

Heute gibt’s den Lieblingsgin: Bulldog.

4cl Gin

Eiswürfel

Gefrorene Blaubeeren

Zitronenzesten 

Minze zur Deko

mit Dry Tonic auffüllen. 

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VintageFreitag

Nachtrag zu letzter Woche: 

Ich war auf dem RockabillyRave in England und im totalen Shopping-Musik-Feierfieber, wie ihr euch sicher vorstellen könnt. Das Ganze ist ein in sich geschlossenes Universum, mit eigenem Fernsehkanal, Verhaltens- und Umgangsregeln. Ein Ort an dem die totale Suchtbefriedrigung zelebriert wird. Ähnlich wie man sich einen Aufhalt in der Betty Ford Klink vorstellen darf, nur anders herum – positiv bewertet. Übrigens jede Art von Sucht: Kaufexzesse, Profilierungssucht und Hedonismus, Musikrausch und über den allgemeinen Alkoholkonsum möchte ich gar nichts erwähnen. Nur soviel: in den Morgenstunden sieht das Festivalgelände, wie nach einer Silvesterfeier am Roten Platz aus. 

Wer die Wahl hat, hat die Qual.

Die vier Vintageschätze (okay, die Schuhe sind Reproduktion von Rockets Originals) sind es dann geworden. 

Die rote, sowie die rosa Tasche und die Schuhe standen auf dem Must Have Einkaufszettel. Die braune Tasche war dann Liebe und ich kam nicht daran vorbei. 

Trotz 10 Stunden Hin- und 12 Stunden Rückfahrt: 94 Stunden eine andere Welt. 

Eine schöne Welt. Ich kanns nur jeden Empfehlen.

Sonne

Konzerte

Lebensqualität 

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Ginnerstag

Laut einer klinischen Studie ist Mittwoch der Tag an dem der Körper die Auswirkungen eines harten, feierlastigen Wochenendes am deutlichsten aufweist. Schlechtes Hautbild, stumpfes Haar usw. 

Ich würde gerne behaupten es handelt sich hier um alternative Fakten, muss aber eingestehen auch meine eigenen Beobachtungen bestätigen dies. 

Und weil Mittwoch eh nix Halbes und nix Ganzes ist – zu lange weg vom vorherigen und zu lange hin zum nächsten Wochenende – ist Mittwoch ab sofort Ginnerstag.Quasi der kleine Donnerstag vorm kleinen Freitag. 

Ich werd mich bemühen uns allen fancy Ginrezepte zu suchen, um uns die prikäre Lage unsere Haut und Haare schön zu trinken. Und wenn es bei einem bleibt, ist auch garantiert, dass du zumindest am Wochenende äußerst gut und entspannt aussiehst.

Weil gute Vorbereitung alles ist und nicht jeder im stolzen Besitz einer 10 l Eiswürfemaschine ist, frierst du dir erstmal erkaltetes abgekochtes Wasser – damit die Eiswürfel klar bleiben – ein. Schmeiß ruhig noch Früchte rein, Zitronensaft oder nehm gleich Muffinförmchen (Achtung: nur zu Hälfte füllen, falls du nicht vorhast aus einem Maßkrug zu trinken).

Gin Tonic Milano

5 cl The Duke Munich Gin

1 Spritzer Balsamico

20 cl Schweppes Dry Tonic

2 Erdbeeren

Frischer Basilikum

Eis

Ich persönlich verzichte auf den Balsamico und nehm 4 cl Gin, dafür 3 Erdbeeren. 

Probiers aus und berichte. 

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Wider dem Montagsblues

5 Dinge die heute glücklich machen, du bist eingeladen mitzumachen.

Seit gestern bin ich in Genua, um ehrlich zu sein, fällt es mir nicht schwer bei Sonne und Strand glücklich zu sein. Es ist so einfach. 

1. Der Ausblick um 7 Uhr morgens am noch leeren Strand. Lediglich Fischer gehen ihrer Arbeit nach und die ersten Kreuzfahrtschiffe – nicht zu verwechseln mit Kreuzfahrer – erreichen den Hafen. 


2. Das Cafe eröffnet: der erste Cappuccino um 7:30 Uhr. Eine italienische Rentnerclique bestehend aus Silberrücken und Golden Girls entert den Strand lautstark. Besonders gefällt mir Paolo, ich denke er hat die Synchromstimme des Paten gesprochen. Jeder einzelne der Gruppe wird so herzlich begrüßte, dass man meinen könnte, es war gestern gar nicht so sicher, ob er heute noch auftaucht.

Später werde ich von Möwengekreische erwachen und etwas Zeit brauchen zu verstehen, dass es gar keine Möwen, sondern das Hyänenlachen der Golden Girls ist, die aus einem roten Samttäschchen einen überdimensional großen Dildo zaubern und rumgehen lassen. 

Leider kann ich aufgrund der Sprachbarrieren hierzu keine weitern detaillierten Auskünfte über diese denkwürdige und bizarre Situation geben. 

3. Lifehacks des Sommers: 

a) Vorausschauend PET Wasserflasche halb gefüllt liegend einfrieren, auffüllen und ziemlich lang kühles Wasser haben. Geht übrigens auch als Weinschorle, hat aber zwangsläufig dem Harald Junhke Effekt und eignet sich daher eher für die Nachmittagsstunden. 

b) Sprühflasche mit Rosenwasser füllen, um die Haut zwischenzeitlich angenehm zu kühlen. 

c) Schwarzer Biografie lesen – ich muss sagen, die liegt jetzt seit 2 Jahren eingeschweißt im Regal und ich gab die eigentlich aus Verlegenheit mitgenommen, falls die Literatur ausgeht. Mittlerweile bin ich so gefesselt und kann das Buch nur wärmstens weiterempfehlen. Es ist nicht nur amüsant, ehrlich, treffend und mit einem liebevollen selbstkritischen Blick geschrieben, sonder äußerst informativ und trotz wandelndem Frauenbild hochgradig aktuell. 

4. Ich hab das dringende Bedürfnis meinen Geldbeutel in den Supermarkt zu werfen und Oliva die Kassierin anzuschreien: Hier nimm alles, aber bau mir den gleichen in Deutschland nebenan. 


Es gibt wirklich alles was ich brauche! Alles!

5. Flanieren. Was für ein schöner Zeitvertreib.

Hab übrigens meine neue Berufung gefunden. Diese wunderschöne brachliegende Terasse mit angrenzendem zerfallenem Hotel. Mach hier eine Pension für betuchte Rentner auf die auf ihr Kreuzfahrtschiff warten. 

Als aufmerksamer Blogleser kennst du das ja schon, ich überleg schon wieder hier zu bleiben. 

Tendiere grade zu Casa Dolce Vita könnte aber auch spontan Pension Erika werden. Jedenfalls bräuchte es jemanden, der mit mir das Ding herrichtet. Freiwillige vor! Und wenn du schon kommst, bring doch bitte für Sonntag, Brezen, Obazder, Radieschensalat und Rettich mit. Ein Frühschoppen wäre grad recht, das fehlt hier etwas. 

Dafür winkt dieser Ausblick und da könnte man jetzt echt nicht klagen. 

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VintageFreitag

Altes Zeug in Mailand gefunden… z.B. die offensichtlich genderabhängige Einstellung zum Verhüllen im Dom. 

Ja, wenn man in Kirchen geht, sollte man das nicht im Bikini tun, aber etwas seltsam finde ich die doppelmoralische Auffassung schon. 

Die Herren der Schöpfung laufen mit kurzen Hosen, Klettverschlussfestgezurrten Peeptoe-Wandersandaletten, TShirts mit fast schon obszönen PinUp Motiven oder grenzwertigen Sprüchen ein. 

Die Damen dürfen sich ein züchtiges Bedeck-Cape im unschuldigen 100-Mark-Schein-blau zu legen, übrigens – Modestadt Milano lässt sich nicht lumpen – mit Gürtelchen, um es wahlweise um ihre Hüften oder Schultern zu winden. 

Trotz meiner sorgfältigen Auswahl an Kleidung an diesem Tag, fiel auch ich – vorallem mein imposanter Rückenausschnitt – dem Türsteher zum Opfer. Ohne Jacke – keine Absolution. Weil wir aber schon 1 Stunde für die Karten angestanden sind, sind wir dann erstmal auf den Dom. 

Auf dem Dom wars aber auch ganz schön – hier: ich noch ganz züchtig kurz vorm Wet-Weihwasser-Contest.


Im Dom dann vor allem: viel los.


Nach Rom kickt mich ja nix mehr an überdimensionaler Angeberei in Kirchen, da schmunzel ich nur milde. Nice Try, Duomo! 

Damit ich aber doch noch versöhnt Richtung „wildestes Moscow Mule“ Feierabend- Experiment starten konnte, haben wir noch zwei kleine Kirchen besucht. 

Genau so mag ich das: klein und hysterisch, wenn dich das magische Wunschdenken schon beim Betreten der Kirche schier umhaut. 

Basilica di Santo Stefano – hab mich im Heilgenrausch dazu hinreißen lassen eine Kerze zu entzünden. 



Und natürlich Chiesa di San Bernadino alle Ossa 


Beschwingt und voller neuer Eindrücke haben wir am Abend die vermutlich schönste Bar der Welt gefunden. Zu alkoholischen Getränken wird in Italien selbst in der kleinsten Kaschemme pflichtschuldig Essen gereicht. Das können mal Chips sein, mal Oliven oder aber auch ganz aufwendige Antipasti. Stuzzichini eben und ich finde das Wort spricht für sich. 

In Mom Cafe – Viale Monte Nero 51 – falls da mal einer hin muss, um den Eintrag auf seinen Wahrheitsgehalt zu prüfen, gibt’s ein riesiges wirklich aufwendiges und liebevoll arrangiertes Buffet, an dem sich alle kostenfrei bedienen können. Beeindruckend ist, dass es niemand mit der Völlerei übertreibt. Die Leute kommen nach ihrem Tagewerk zusammen, Trinken, Essen, Reden und verschwinden wieder. Ein reges Kommen und Gehen und vermutlich leider nicht analog in Deutschland umsetzbar ohne entsprechende Freibierg’sichter.

Der Besitzer hat wirklich einen zufriedenen und entspannten Eindruck gemacht, außerdem hatte er genügend Zeit einen ziemlich abgedrehten MoscowMule zu kreieren. 

Wodka, Ginger Beer, Eis, Limetten, Gurke, Ingwerscheibe, Chillischote. 

Durchaus empfehlenswert, also ganz Mailand.  Aber vergesst euer Anstandsjäckchen nicht. 

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