VintageFreitag

Ich hab von meiner ehemaligen Arbeitskollegin und Freundin Katrin dieses hinreißende Set, bestehend aus Aschenbecher und Eiskübel, gerettet aus dem Partykeller ihrer verstorbenen Oma, geschenkt bekommen. 

Es wird ein ehrenvollen und gebührenden Platz erhalten. 

Der Umstand dieses unverhofften Geschenks hat mich dazu gebracht über Katrins Oma nachzudenken. 

Vorallem zwei Dinge sind mir ganz präsent. 

Wir waren schon lange oder gerade eben aus dem elterlichen Wohngemeinschaften ausgezogen und durften in der urlaubsbedingten Abwesenheit von Katrin Eltern Pool und Laube nutzen. Nur eine Sache hatten die Eltern daheim gelassen: die Oma. 

Um zum Sommerdomizil zu gelangen musste man durch Omas Wohnung, so hatte sie uns – Anfang 20/Mitte 20 – und unsere lässige Gartenparty voll im Blick. Ich bin zu extremer Höflichkeit erzogen, trotzdem glaub ich, fand mich die Oma ziemlich schräg. 

Rückblickend und gerade auf dieses Poolbild blickend mit Brautschleier im Haar wundert mich das eigentlich auch nicht mehr sonderlich. 

Der zweite bleibende Gedanke an die Oma blitzt tatsächlich jedes Mal auf, wenn jemand stirbt. 

Katrins Oma pflegte zu sagen: Wenn einer stirbt, nimmt er zwei mit. 

Zu ihren Lebzeiten und zum damaligen Zeitpunkt durchaus abergläubisch angehaucht, haben wir dann scharf beobachtet, welche Todesfälle sich – mehr oder minder zufällig – zur gleichen Zeit ereignen. 

Weniger durch solche Zufälle überrascht – weil gestorben wird halt immer – geht mir dieser Satz dennoch jedesmal wir eine mantrische Prophezeiung durch den Kopf. 

Richtig schön find ich allerdings den Gedanken, dass wir alle Spuren in anderen Hirnen hinterlassen und darum geht’s ja auch. Katrins Oma hat jetzt auch eine Spur in meiner schrägen Wohnung hinterlassen, damit hätte sie sicher nicht gerechnet. 

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1 Kommentar Kommentar schreiben

  1. katrin #

    Ich danke dir und glaube mir…..schräg sind wir ja auch aber das ist auch gut so!

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