Archiv Mai 2014

Wort zum Donnerstag

Es kann keinem entgehen: Das DIY Fieber hat um sich gegriffen und jeder, der eine Näh- oder Stickmaschine oder sogar seine Hände benutzen kann, zaubert schöne Dinge. Unschöner Nebeneffekt ist, dass auf Märkten ein Loopschal/Kosmetiktäschle/Armreif/XY-Accessoire (die Liste ist beliebig erweiterbar) neben dem anderen liegt. Patentrecht ist eine knifflige Geschichte und das Bastelmonopol liegt nicht bei der kleinen Bastelelfe. Erfunden hat’s ja eh keiner wirklich selbst.
Also holt man sich Ideen und versucht diese nach seinem Gusto umzusetzen.
Die einen machen das schamloser, die anderen verhaltener. Die einen für sich persönlich, die anderen in rauen Mengen für Märkte und Shops.

Der Wind wird allerdings eisiger im DIY Zirkus.
Nicht zuletzt weil einige Damen tatsächlich davon leben möchten. Die Fächervermietungs-Läden schließen aus dem Boden mit den aberwitzigsten Namen, detailverliebter Einrichtung und unterschiedlichsten Konditionen.
Big Business und Kohle wo eigentlich mal Spass am „ICH habe das selbst gemacht“ im Mittelpunkt stand.

Ich hab mir lang überlegt ob ich öffentlich was dazu sagen soll, vor allem weil ich von Kolleginnenbashing nichts halte – und schon fünfmal nicht im semiprofessionellen Bereich.
Mir ist vollkommen klar, dass auch ich auf Flachfrauen kein Patentrecht angemeldet habe und doch finde ich, dass ihr euch da selbst ein Bild davon machen sollt, wie dreist das Vorgehen einiger Damen ist.
So passiert:
In Nürnberg haben zwei Bekannte vergangenes Jahr einen Fächervermietungsladen eröffnet. Weil mir aber die Fachmiete zu teuer und die Konditionen von 20% Gewinnbeteiligung, sowie 19% Mehrwertsteuer nicht ermöglichen den Flachfrauenpreis zu halten, bzw. Ich nicht vorhatte für die beiden zu arbeiten, hab ich mich entschlossen nicht Teil des Ladens zu sein.
Es hat jetzt 7 Monate gedauert – und ich hätte Wetten darauf abschließen sollen – bis sich die zwei dachten:
Flachmänner mit Kleidchen laufen super, gibts seit 3 Jahren nur bei Yvonne – Momentchen mal: da finden wir doch einen der das für uns zu unseren Konditionen macht und verramschen die Idee in unserer Weltmetropole Nürnberg.
Da hat jeder Schluck aus einer Lady Hicks einen moralischbitteren Nachgeschmack.

Macht euch einen schönen Feiertag, bastelt, näht was das Zeug hält und macht euch so eure Gedanken.
Ich hab mich jetzt genug geärgert und lass los.

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Urlaubsgruß statt Montagsblues

Urlaubsgruß statt Montagsblues

Sonne satt, Grillduft in der Nase und Meeresrauschen im Ohr.
Eiskalter Weißwein und liebe Freunde um einen herum – richtig gut haben wirs hier.

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Ich schick euch die besten Grüße in die Heimat.

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Urlaubstagebuch: Roma– Grazie, é tutto V

Wie gut das Vatikanstadt nicht Rom ist – ich möchte keine Schatten in meiner Glorifizierung haben.
1 1/2 Stunden fürs Vatikanmuseum angestanden. Klar, fürs doppelt Eintrittsgeld hätte es „skip the line“ gegeben und fürs dreifache wahrscheinlich „skip the line in einer Papst-Sänfte oder – Kutsche“ – als Kunstliebhaber zweiter Klasse wartet man halt.
Plebejer nannte man das im alten Rom.

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Angekommen wurds dann von Raum zu Raum schlimmer – noch ganz niedlich die „Laookon-Gruppe“. Göttin Athena war sauer, weil Papa (gleichzeitig Priester) Laokoon den griechischen Trick mit dem Pferd an die Trojaner verraten hatte. Athena wollte aber die Eroberung Trojas und hat dem Papa mit die zwa Buam a Schangennest g’schickt – hier sterben sie in Marmor.

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Oder Bachuus: „Tanz ihr Huren, der Gott hat Laune“

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Dann kams in Hülle und Fülle: Fresken, Marmor, Gold und Edelsteine. Hier wurden die Arbeitskraft von Künstler gekauft und ewiges Leben, sowie Ablass versprochen, während der Plebejer hungerte. Fernländische Kunst geplündert, ergaunert, zusammen gerottet zur Preisung des eine Gottes ihrer selbst gehortet.

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Ich bin ja ein großer Fan von „darfs noch a bisserl mehr sein“, wenn aber auf einer Fläche von 7,5 km Fußweg vergoldete Fresken und Prunkdecken auf Marmorpfeilern auf Mosaikfußböden stehen und trotz all der Einzelstückschönheit sicherheitshalber aus Protztrunkenheit ein Schrank aus Porzellan oder vergoldetes Holz mit Glasinlay steht – dann wird mir schon sehr unwohl.

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Hier mal schnell nen Tannenzapfen vom Tempel des Isiskult geklaut:

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Hier mal was Nettes aus Afrika mitgehen lassen:

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Prima, warum hat man denn seine Kreuzritter Missionare Außendienstmitarbeiter!?

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Ausgestopfte Schwäne des Friedens hat man (das Arrangement heißt tatsächlich so).

Borgia ist man – naja, wobei der hat ja vor allem Zeit mit Huren, seinen Familienschererein und der inneren Machterweiterung/Unfrieden verbracht – weniger mit Raubzügen in ferne Länder.

Pffff…. Und dann die Sixtinische Kapelle – sicherlich ein Meisterwerk. Allerdings waren wir mit hunderten und aberhunderten Plebejen eingepferchten und wurden von Ordnern ermahnt keine Fotos, keine Gespräche und vor allem kein Verweilen zu betreiben.
Deshalb hier ein Bild von dieser Webseite

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Ich muss euch das Bild zeigen, denn diesen Witz in meinem Kopf kann ich nicht für mich behalte! Achtung, er kommt: zwischen Kreuzigung und jüngstem Gericht war Jesus wohl öfters im Studio….
Und: Was is mit Bartolomäus los? Hat der seine faule Haut zum drauflegen mitgebracht?

Michelangelo hat sie übrigens alle nackt gemalt – erst später lies ein Papst allen Heiligen ein Tüchle malen.

Irgendwann sind wir geflüchtet und haben uns eine große Portion Tartuffo gegönnt.

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Haben naive Strassenmalerei genossen…

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Da wär‘ der nette Herr vorm seinem Bodybuildingkurs sicherlich dabei gewesen: „Drei Vanilleeis für’n Hannes, Judas und mich, bitte.“

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Wie schnell eine Woche vergehen kann. Dolce Vita – ich nehm dich mit. Ich glaub ich hab tatsächlich jeden Tag ein Nachmittagsnickerchen gemacht.

Derweil in Nürnberg…

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Und Samstag im Walfisch…. 11 bis 18 Uhr ich freu mich wieder bei euch zu sein…

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Urlaubstagebuch: Roma – Grazie, é tutto IV

Mittag gegessen an einem meiner Lieblingsorte in Rom: auf der Terasse des Kapitols. Flugshow und Möwenbesuch bekommen.

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Der Ausblick/Anblick ist ein Traum.

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Trastevere genossen – unglaublich, dass Rom so ruhige Plätze hergibt.

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Vom Geliebte staatlich bekocht worden.

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Urlaubstagebuch: Roma – Grazie, é tutto III

Wenn du selbst beim Einkaufen geschichtsträchtige Kunst um dich hast – biste in Rom.

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Rom – die Stadt der Brunnen.

Rom hatte im 1. Jahrhundert 11 riesige Terme, 856 einfache Badeanstalten, 2 Riesenbecken für Schiffschaukämpfe, 3 künstliche Seen, 254 öffentliche Toiletten und 1300 Trinkbrunnen.
Heut sind es 3250 Brunnen mit teilweise wilden Formen – hier z. B. Angry Dolphins.

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Wollten eigentlich ins Vatikanmuseum – schon wieder 2 Stunden anstehen wollten wir aber nicht.
Engelsburg war demnach auch schön.

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Und wer hätt’s gedacht – Lord Voldemort war auch schon da.

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